Oktober 2017

Verabschiedung unserer Pfarrer



„Glaubt bloß nicht, dass Ihr hier Pfarrer spielen könnt“, so wurden wir zwei als Pfarrerin und Pfarrer zur Anstellung vor über 12 Jahren vom damaligen Dekan Dr. Mohr in Reutlingen empfangen. Er meinte das natürlich nicht so ernst, sondern blickte damals schon mit Sorge auf die drohende Schließung der Jubilatekirche. Die Erhaltung der Jubilatekirche war dann auch etwas, was uns von Anfang bis zum Ende in der Zeit hier in Jubilate begleitet hat. Dass das Kirchengebäude einmal unter Denkmalschutz stehen würde, hätten wir im Jahr 2005 nicht zu träumen gewagt.

Sie haben uns damals so freudig begrüßt – das wissen wir noch ganz genau – und wir waren in all diesen Jahren so gerne hier, haben viele von Ihnen auch näher kennen gelernt. Und was haben wir in diesen Jahren alles mit Ihnen erlebt:

Die Gründung des Fördervereins Jubilatekirche e.V. quasi über Nacht, das Zusammensein in einer Trauergruppe, Zeit mit anderen Familien, Fußballübertragungen, Ausflüge, Osterwerkstatt, Spiele- und Tanznachmittage, die Gründung des Jubilate-Projekt-Chores, statt „Kirche bleibt cool“ die Gestaltung einer Winterkirche im Saal, die Neujahrsempfänge für ehrenamtliche Mitarbeiter/innen, der Weggang von unserem Freund und Kollegen Matthias Wagner und die Reduktion der Pfarrstellen von einmal 200 % auf schließlich 125 %, die Gospelworkshops, Konzerte und Sommerserenaden, das gemeindepädagogische Projekt „Familienfreundliche Gemeinde“ mit dem Kindergarten, achtmal das Karfreitagstheater mit der Theaterpädagogin Miriam Held, in diesem Jahr mit dem „Theater Reutlingen Die Tonne“, die Versuche, über Abendgottesdienste wie „Darüber hinaus“ oder „SonntagAbendNeuErleben“ andere jüngere Menschen einzuladen, Familiengottesdienste an Erntedank und Weihnachten, Pfingstgottesdienste mit diversen Showeinlagen, Osternächte am Feuer auf dem Kirchhof und bei Kerzenlicht in der Kirche, das 40-jährige und 50-jährige Jubiläum der Jubilatekirche, das Gemeindeforum „Jubilate wie es is(s)t und trinkt“, über 400-mal Mittagstisch (!), 22 Halbtagesausflüge, 12 Konfijahrgänge und ebenso viele Kinderferienwochen, zwei Kirchengemeinderatswahlen, die Einrichtung der neuen Küche und daran anschließend wunderbare Gemeindeessen mit und ohne Maultaschen, der Kauf des Kirchenwagens und herrliche samstägliche Stunden auf dem Dresdner Platz und vieles, vieles mehr. All dies wird uns in lieber Erinnerung bleiben und wir werden diese Kirchengemeinde Jubilate nie vergessen.

In unserer neuen Kirchengemeinde in Schönaich werden wir sicherlich unsere Erfahrungen, die wir in Jubilate gemacht haben, segensreich einbringen können.

Ihnen als Kirchengemeinde Jubilate wünschen wir von ganzem Herzen, dass Sie weiterhin so einladend und heimatstiftend bleiben mögen, offen für Menschen mit ganz verschiedenen Lebensgeschichten und unterschiedlichen Glaubensvorstellungen. Wir danken Ihnen sehr, dass wir hier bei Ihnen sein durften, so wie wir als Ihr Pfarrehepaar Denneler/Zwißler eben waren. Wir haben hier in diesen 12 Jahren viel gelernt und erlebt und sind uns sicher, dass uns der altehrwürdige Dekan nach diesen 12 Jahren recht geben würde, wenn wir heute sagen: „Wir haben hier nicht nur Pfarrer gespielt…“.

Ihre Pfarrerin Annette Denneler und Pfarrer Ulrich Zwißler