Flüchtlingsunterbringung in Orschel-Hagen

Am 14. Januar fand im Gemeindesaal ein gut besuchter Informationsabend zu dem Thema Flüchtlingsunterkünfte in und um Orschel- Hagen statt. Herr Bürgermeister Hahn und Frau Bächtiger von der Stabsstelle Bürgerengagement informierten zunächst umfassend über die Planungen und den gegenwärtigen Stand der Dinge und gingen ausführlich auf alle gestellten Fragen und Bedenken ein. Es waren Listen ausgelegt, in die sich eintragen konnte, wer gerne mithelfen will, dass die Integration hier in Orschel-Hagen gut gelingt. Diese Listen wurden leider entwendet, Pfarrerin Denneler hat deshalb Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Trotzdem sind die Listen inzwischen wieder gut gefüllt. Dem Aufruf im GEA, sich doch bitte erneut bei der Stabsstelle im Rathaus oder im Pfarrhaus Jubilate zu melden, kamen viele Menschen nach.

Am 2. März wird es im kleinen Kreis ein Treffen mit Frau Bächtiger geben, um einen ersten gemeinsamen Planungsabend vorzubereiten, zu dem dann alle eingeladen werden, die an einer Mitarbeit interessiert sind. Angedacht ist bis jetzt die Etablierung eines Asylcafes, ähnlich, wie es das schon in anderen Stadtteilen gibt. Dort kann man dann unkompliziert Kontakte knüpfen, Deutsch lernen oder Gelerntes üben, Unterstützungsbedarf und Hilfsangebote können koordiniert werden, für Kinder soll es parallel Extra-Angebote geben. Es wurde ein E-Mail-Verteiler eingerichtet. Interessierte können sich gerne unter (info@willkommenOH. de) anmelden und erhalten dann regelmäßige Infos.

Unklar ist bis jetzt noch, wann die Unterkünfte bezugsfertig sind und welche Menschen dort dann einziehen. Die Neubauten in der Tannenberger Straße, in der Frankfurter Straße und in der Marie-Curie-Straße werden wohl erst im Herbst fertig, in der Roanner Straße könnte es schneller gehen.

Auch wenn für konkrete Planungen noch Eckdaten fehlen, ist aus den Erfahrungen an anderen Standorten manches schon absehbar. Was sicherlich gebraucht wird, sind Menschen, die zu Ämtern, Ärzten oder zu Bewerbungsgesprächen begleiten, die Reutlinger Kultur- und Freizeitangebote erschließen, Familien eine Brücke zu den ansässigen Familien bauen und Kindern helfen, sich hier wohl zu fühlen. Gute Ideen sind gefragt, wie der Kontakt gestaltet werden kann, solange die Sprachkenntnisse noch nicht ausreichen. Gut bewähren sich überall gemeinsamer Sport, Musik, Nähclub oder Fahrradwerkstatt, Gartenarbeit oder gemeinsames Kochen. Dabei können Sitten und Gebräuche kennengelernt werden, in beide Richtungen Unkenntnis, Fehleinschätzungen und Vorurteile abgebaut werden.

Verena Nerz