Aktuelles aus Jubilate
Besuch beim Besuchsdienst

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was ein "Besuchsdienst" ist? Eigentlich ist ein Besuch doch etwas Erfreuliches, das man gern tut. Und "Dienst" hat etwas mit Pflicht und Verpflichtung zu tun. Wie passt das zusammen?

Ich will Genaueres wissen, um Sie als Leserinnen und Leser des Orschel-Hagen-Briefes wieder einmal über Personen und Projekte in der Jubilate-Gemeinde zu informieren. An einem Abend im März besuche ich also den Besuchsdienst bei seinem Treffen im Gemeindehaus. Elf lebenserfahrene Damen sowie Pfarrerin und Pfarrer bilden heute die Runde; insgesamt sind aber fast zwanzig Personen beteiligt. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, allen Gemeindemitgliedern ab dem 70. Geburtstag im Namen der Jubilate-Gemeinde persönlich zu gratulieren.

In einer Gesprächsrunde werden die Erfahrungen der letzten Besuche besprochen. Die Frage: "Wie mache ich's richtig?" muss immer wieder neu gestellt werden. Soll man sich anmelden, und wenn ja, wie? Geht man am Geburtstag hin oder lieber danach? Wird man mit Kaffee und Kuchen empfangen, weil sich im Laufe der Jahre ein freundschaftliches Verhältnis ergeben hat, oder wird man an der Sprechanlage abgefertigt? Wird man als Gesprächspartner erwartet, weil sonst keine Kontakte mehr vorhanden sind, oder platzt man mitten in ein familiäres Getümmel? Wird vielleicht gar nicht die Tür geöffnet, und wenn nicht, aus welchem Grund? Es wird deutlich: Jeder Besuch ist etwas Neues und abhängig von der momentanen Situation und den beteiligten Personen.

Wenn Sie in diesem Team mitmachen möchten, können Sie gerne im Pfarramt anrufen. Ich begreife, dass der "Dienst" ein freundliches Angebot ist, eine Erinnerung "Du gehörst auch dazu." Und die Besuchenden hinterlassen in jedem Fall auch einen schriftlichen Gruß, egal ob sie mit Freude empfangen werden oder mit Unbehagen oder gar nicht. Für diesen Zweck erhalten die Damen große Briefumschläge, in denen die Mitbringsel für die nächsten Geburtstags"kinder" ihres Zuständigkeitsbezirkes eingetütet sind.

Diskutiert wird auch, in welchen Fällen die Pfarrer Krankenhausbesuche machen sollen. Am besten wäre es, wenn die Betroffenen selbst anriefen, falls dies gewünscht wird. Man kann es auch bei der Aufnahme ins Krankenhaus ankreuzen. Außerdem gibt es eine sehr profilierte Krankenhausseelsorge.

Meine Frage, wie lange es den Besuchsdienst schon gibt, löst eine Diskussion aus, die zu einem überraschenden Ergebnis führt: Immer schon! Zu Beginn der Bautätigkeiten in Orschel-Hagen wurden unter Pfarrer Poguntke auch die Neuzugezogenen vom Besuchsdienst begrüßt. Mindestens drei dieser immer schon aktiven Personen sind heute noch dabei: Frau Dallinger, Frau Gutknecht und Frau Hensel. Hut ab! - und ein großes Dankeschön an alle Beteiligten.

Edith Willmann


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